2020

Der vor kurzem veröffentlichte Onlinekurs Personalisierte Medizin vermittelt Grundlagen der Personalisierten Medizin, zeigt Anwendungsbeispiele und spricht auch ethische und gesellschaftliche Aspekte an. Die Inhalte werden anhand von Infotexten und Videos erklärt und mit Quizfragen und Aufgaben aufgelockert. Diskussionsanregungen und weiterführende Links regen so zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Personalisierte Medizin an.

Zielgruppe sind SchülerInnen der AHS Oberstufe, sowie alle an der Personalisierten Medizin interessierten Personen.

Ein digitales Angebot mit breiter Nutzungsmöglichkeit und freiem Zugang zu den Inhalten war uns bei der Umsetzung besonders wichtig. Der von Open Science in Kooperation mit der Österreichischen Plattform für Personalisierte Medizin (ÖPPM) entwickelte Onlinekurs bietet einen Überblick über das Thema Personalisierte Medizin.

Das erste Kapitel des Kurses vermittelt die Grundlagen der Personalisierten Medizin und ist aufbauend gestaltet. Die weiteren Kapitel können je nach Interesse und in verschiedener Reihenfolge absolviert werden:

  • Grundlagen: Personalisierte Medizin. In diesem Kapitel werden der Begriff und die Vision der Personalisierten Medizin vorgestellt.
  • Personalisierte Medizin in der Praxis. Ein Einblick in die Ansätze und Methoden der Personalisierten Medizin.
  • Daten, Daten, Daten. Biologische Daten sind das Herzstück der Personalisierten Medizin.
  • Gesellschaft und Ethik. Im Kontext der Personalisierten Medizin werden gesellschaftliche und ethische Fragen diskutiert. 

Der gesamte Kurs nimmt ungefähr zwei Stunden in Anspruch und kann jederzeit unterbrochen und wieder aufgenommen werden. Besonders gut eignen sich die Kapitel zur Einbettung in den Biologie und Ethikunterricht der AHS Oberstufe.

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Babara Prainsack, Professorin am Institut für Politikwissenschaft und ÖPPM-Mitglied, beantwortet im MOMENT-Interview von Jonas Vogt aktuelle gesellschaftliche Fragen im Zusammenhang mit der Corona-Kriese und gibt Einblick was hinter den Kulissen der momentanen politikwissenschaftlichen Forschung in Österreich geschieht. Unter anderem angesprochen werden Themen wie das Verhalten und Empfinden der Menschen in der Krise, die Wichtigkeit der evidenzbasierten Politik und die Corona-Panelstudie.

Die MedUni Wien führt unter der Leitung von ÖPPM-Mitglied Markus Zeitlinger (Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie) eine Arbeitsgruppe internationaler ExpertInnen mit InfektiologInnen, Klinischen PharmakologInnen und PharmazeutInnen, um einen internationalen Konsensus hinsichtlich des Einsatzes von off-label antiviraler Medikation zur Behandlung von SARS-CoV-2 zu erarbeiten. "Der Schwerpunkt liegt auf Dosierung sowie Interaktionen der anti-viralen Medikamente untereinander sowie mit Begleitmedikation kritisch kranker COVID-19 Patienten", erklärt er. Weiters untersucht ein interdisziplinäres Team von der MedUni Wien mit der Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl und CeMM (Projektleitung Andreas Bergthaler, Virologe, und Christoph Bock, Bioinformatiker, ÖPPM-Mitglied) die SARS-CoV-2-Genomentwicklung bei PatientInnen mittels ausgereifter Sequenzier- und Analysemethoden. Dies wird zu einer raschen, frei zugänglichen Veröffentlichung von SARS-CoV-2-Genomen aus Österreich führen, EpidemiologInnen bei der Rekonstruktion von Übertragungsketten unterstützen und wertvolle Einblicke in die molekulare Dynamik der verheerenden Viruspandemie liefern.

Weitere Informationen zu den beiden Projekten:

Auf der ÖPPM-Jahrestagung 2019 wurde unter anderem über Erwartungen und Limitationen in Bezug auf personalisierte Medizin diskutiert. Basierend auf dieser Diskussion haben neun Mitglieder der ÖPPM einen Kommentar zu „Personalized medicine in Austria: expectations and limitations“ verfasst, der nun in der Zeitschrift Personalized Medicine erschienen ist.
Die AutorInnen nehmen Bezug auf die anhaltende Debatte rund um den Begriff der personalisierten Medizin und beleuchten welche unterschiedlichen Implikationen verschiedene Definitionen für die Praxis und politische Gestaltung der personalisierten Medizin haben. Des Weiteren beleuchtet der Kommentar das Spannungsverhältnis zwischen dem Nutzen der personalisierten Medizin für einzelne PatientInnen, die Gesamtbevölkerung und das Gesundheitssystem. Ebenso gehen die AutorInnen auf die Veränderungen ein, die eine Verbreitung von personalisierter Medizin und die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung mit sich bringen könnten.
Während die positiven Erwartungen überwiegen, stellen jedoch vor allem die Verhinderung neuer Spaltungen im Zugang zu Gesundheitsleistungen und die potentielle Abnahme von Vertrauen seitens der PatientInnen eine Herausforderung für die Zukunft dar – insbesondere, wenn personalisierte Medizin lediglich als datenbasierte Wissens- und Entscheidungsprozesse verstanden werden, die auch leicht automatisiert werden können.

Der Kommentar ist frei zugänglich und kann hier gelesen werden:
https://www.futuremedicine.com/doi/full/10.2217/pme-2020-0061